Scooter-Fabrikant Daelim entdeckt den Quad-Markt. Mit der attraktiven ET 250 starten die Koreaner ins neue Geschäftsfeld
Wer ist Daelim? Noch eine fernöstliche Firma, die im weltweit wachsenden Quad-Markt ihr Glück sucht? Roller-Fans kennen und schätzen die Marke bereits. Mit qualitativ hochwertigen Produkten hat sich die koreanische Firma schon seit längerer Zeit im Zweirad-Sektor etabliert. Mit einem kleinen Straßenflitzer wagt Daelim nun den Einstieg ins Quad-Geschäft. ET 250 heißt das schmucke Fahrzeug, dass sich optisch und technisch nicht hinter der Konkurrenz von Kymco, E-Ton & Co verstecken muss. Die Koreaner greifen an. Man fokusiert nicht die chinesischen Billig-Produkte – Daelim will den etablierten Herstellern Marktanteile abnehmen. Ein wassergekühlter Viertakt-Motor ist für den Vortrieb der ET 250 verantwortlich. 19 PS stehen zur Verfügung, um dem kleinen Einsteiger-Quad ordentlich Beine zu machen. Über eine Fliehkraftkupplung wird das CVT-Getriebe bedient. In einer sauber geführten Schaltkulisse lässt sich die Fahrtrichtung wählen.
Auf zur Testfahrt. Den mechanischen Choke aktiviert, ein Druck auf den Starterknopf, und nach wenigen Kurbelwellenumdrehungen nimmt der Viertaktmotor leise brabbelnd seine Arbeit auf. Die Fahrleistungen der kleinen Koreanerin können sich durchaus an denen der Konkurrenz messen. Bei unseren Messungen erwies sich die Daelim als ebenbürtig. 76 km/h Höchstgeschwindigkeit entsprechen der Klassen-Norm. Unser Testfahrzeug war brandneu, als wir es übernahmen; ist die Maschine erst einmal eingefahren, dürfte mit mehr Speed zu rechnen sein. Nach 25 Sekunden Vollast-Beschleunigung durchfliegen wir die Endmarkierung der 400 Meter langen Meßstrecke. Die Mitbewerber können’s nur marginal besser. Onroad, das ist die Domäne der kleinen Koreanerin. Auf winkligen asphaltierten Sträßchen finden wir das Revier, auf dem sich die Daelim wohl fühlt. Dank breiter Straßenbereifung tobt die Koreanerin easy um die Bends. Ihr sportlich straff ausgelegtes Fahrwerk nimmt alles locker, was sich unter die Pneus verirrt. Doppelte A-Arms vorne und eine einfache Stahlschwinge hinten, das koreanische Fahrwerk gefällt im Solo- wie auch im Zweimannbetrieb. Bereits die Grundabstimmung passt; überdies lässt sich die Federvorspannung der Fahrwerkskomponeneten vorne und hinten an individuelle Wünsche adaptieren. In engen Kehren neigt die Daelim zum Untersteuern, mit dezenter Gewichtsverlagerung lässt sich diese Eigenart jedoch leicht beherrschen. Die Daelim ET 250 wird mit COC-Papieren ausgeliefert. Sie wird als VKP in den Verkehr gebracht und ist für zwei Personen zugelassen. Die VKP-Regelung fordert bekanntlich eine Integral-Bremsanlage. Über den Fußbremshebel werden die Scheiben-Bremsen an Vorder- und Hinterachse gleichzeitig aktiviert. Daelims Bremsanlage gehört zum Besten, was der Markt derzeit zu bieten hat. Die Abstimmung zwischen Vorder- und Hinterachse passt perfekt. Mit wenig Kraftaufwand lässt sich die 210 Kilogramm schwere Maschine gut dosierbar verzögern. Zusätzlich zur Integralbremse bietet die 250er Daelim auch die Möglichkeit, individuell in die Bremskraftverteilung einzugreifen: Der rechte Handbremshebel verzögert die Vorderachse, links kann der hintere Energievernichter angesteuert werden. Im hart umkämpften Scooter-Markt hat sich Daelim mit einem hohen Verarbeitungsstandard einen Namen gemacht. Dieses Qualitäts-Niveau bringt die ET 250 vom Start weg auf Augenhöhe mit der etablierten Konkurrenz. Die modern gestylten Karosserie-Teile passen perfekt, die Ausführung der Schweißnähte verdient Lob. Pfiffige Ausstattungsdetails wie der Handbremshebel – Yamaha lässt grüßen – gefallen. Daelim hat es mit der ET 250 auf Anhieb geschafft, sich nicht hinter den Topmodellen der Klasse verstecken zu müssen. Das serienmäßige Ausstattungs-Niveau gefällt: So gibt’s die große Gepäckbrücke serienmäßig ohne Zusatzkosten. 4.699 Euro müssen zum Daelim-Händler getragen werden, um in den Besitz der ET 250 zu gelangen. Die schöne Koreanerin konkurriert damit direkt mit E-Tons Vektor und den zahlreichen SYM-Derivaten. Technisch und optisch erscheint das Einsteiger-Quad durchaus als ernst zu nehmende Alternative.
Kann das alles nur zustimmen. nach 22000km bin ich immernoch sehr Zufrieden...